10 Jahre im BdSt LB 12 2009: Diplom-Restaurator Andreas Gawlik
„Ich habe hier beste Voraussetzungen für meine Arbeit“, schwärmt Andreas Gawlik, der sich nach seinem Diplom am Museum für Deutsche Geschichte 1990 selbständig gemacht hatte. Seine Schwerpunkt-Studienrichtung Metall kam ihm u. a. bei der Überholung des Francke-Denkmals in Halle zugute. Museen und Privatleute, die er besucht, nehmen seine Hilfe aber meist für Gegenstände in Anspruch, die eine Holzbearbeitung verlangen. Da sind Wasserflecke zu beseitigen, Spuren eines vergessenen Bügeleisens. Für den Restaurator kein Problem vereinigt er doch immerhin die Spezialkenntnisse von 23 Berufen. Ein alter Sekretär aus dem 18. Jahrhundert zieht den Blick des Besuchers auf sich. Damals war es üblich, derartige Möbel auch innen mit Marmorpapier zu verkleiden. „Das wird leider kaum noch zu erschwinglichen Preisen hergestellt. Zum Glück liefert mir ein Wiener Familienbetrieb nach Musterauswahl die 50 mal 60 cm großen kostbaren Blätter.“ Sie schmücken jetzt wieder das Möbelstück bis in den letzten Winkel. An Turmuhren erneuert Andreas Gawlik Metallzeiger, arbeitet alte Stich- und Schusswaffen sowie Symbolfiguren an Apotheken auf, ersetzt alte Metallbeschläge und schaffte kürzlich auch auf der Neuenburg die Notöffnung einer zugefallen alten Regimentskasse, zu der es keinen Schlüssel mehr gab.
Die kritische Kontrolle der Verwendung der Steuergelder durch den Bund der Steuerzahler war u. a. das Motiv für seine Mitgliedschaft vor zehn Jahren, bekennt Andreas Gawlik.

