Bund der Steuerzahler Sachsen-Anhalt e.V. - Steuergeld für einen Magdeburger „Otto“ ?

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01.10.2009

Steuergeld für einen Magdeburger „Otto“ ?

Was Kostet es am Ende

Steuergeld für einen Magdeburger „Otto“ ?

Magdeburg. Es ist unbestritten. Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt ist nicht so bekannt wie Dresden mit seinem Zwinger oder Köln und Düsseldorf mit dem Karneval.

Magdeburg hatte als Stadt des Schwermaschinenbaus weltweit einen guten Namen und war unter Fachleuten sehr gut bekannt. Doch die kommen nicht mehr, weil es keinen Schwermaschinenbau mehr gibt. Und Touristen zog dieser Wirtschaftszweig eigentlich noch nie an. Auf Tourismus aber setzt heute fast die ganze Welt. Weshalb nicht auch die Stadt an der Elbe? Doch dazu müsste Magdeburg bekannter werden.

Da gruben die Marketing-Experten der Stadt den einst zur Ottonen-Ausstellung geäußerten angestaubten Vorschlag aus, der Stadt einen feudal-adligen Zusatz zu verpassen, sie zur Kaiser-Otto-Stadt aufzumotzen. Nachdem ein Kaiser Wilhelm 1919 auch von den Magdeburgern entthront worden war, mochten sie sich mit dieser Schnappsidee nicht so recht anfreunden. Doch jetzt soll es der gutbürgerliche und weit verbreitete deutsche Name Otto sein, der der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts zu einem höheren Bekanntheitsgrad verhelfen soll: Otto-Stadt Magdeburg. So beschlossen es die Stadträte. Die hoch verschuldete Stadt will 1,5 Millionen Euro zusätzlich dafür aufwenden, damit auch die Ostfriesen mitbekommen, dass es außer Otto Walkes noch andere Ottos in Deutschland gab, Kaiser Otto I. oder auch Otto-von-Guericke, der ihnen u.a. die Luftpumpe für ihr Fahrrad bescherte. Wegen der ungewöhnlich massiven Kritik der Magdeburger soll jetzt die Suche nach Sponsoren aufgenommen werden, nachdem bereits 150.000 Euro Vorkosten bezahlt werden müssen.

Man kann zu den Überlegungen, das Image der Landeshauptstadt mit einem Zusatz aufzupolieren, stehen wie man will. Nicht hinnehmbar aber ist für den Steuerzahler, dass für diesen Versuch zusätzlich 1,5 Millionen Euro aufgewendet werden sollen. Wenn das Land schon meint, für teures Geld allen kundtun zu müssen, dass man in Sachsen-Anhalt früher aufsteht, muss man das nicht unbedingt auf seine Weise nachahmen.
Magdeburg kann Magdeburg bleiben. Mit dem kurzen A! Bekannt wird man durch Leistung, mit seinen Bauten und seiner Landschaft und vielleicht auch mit niedrigeren Steuersätzen.
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