01.02.2010
Einst ritten Husaren
„Der Anblick, den unsere Stadt über Jahre bot, wirkte auf die Durchfahrenden nicht besonders einladend. Zwar schönten wir mit künstlerischer Fassadengestaltung an einer großen Industriebrache das Stadtbild ein wenig, doch den Durchbruch versprachen wir uns von einer Landesgartenschau, die wir seit 1999 vorbereiteten“, bekennt Andreas Michelmann (50), seit 16 Jahren Oberbürgermeister der 30.000 Einwohner zählenden Stadt.
Aschersleben verfügt über einen der größten Bahnhofsvorplätze Europas, die Herrenbreite. Doch dieses einstige Übungsgelände der Ascherslebener Husaren, das in den Jahren 1960/70 ein wenig bepflanzt wurde, vegetierte seit Jahrzehnten dahin. Mit der Landesgartenschau setzte die Stadt mehr als 5,8 Millionen Euro allein zur Umgestaltung dieses großen Platzes zur Landesgartenschau 2010 ein.
Harmonisches Miteinander
Am Bestehornpark, wuchs in den alten Villen ein Bildungszentrum mit zwei Schulen heran. Die unmittelbar an der Durchfahrtsstraße nicht mehr vermietbaren alten Wohnbauten vor diesem Komplex mussten dem Abrissbagger weichen, während die nicht mehr genutzten Fabrikgebäude der alten Papierfabrik zu einem Mehrzweckgebäude umgebaut wurden. In seinem Untergeschoss wird die Blumenschau ihren Platz finden. Es dient nach der Landesgartenschau als Mensa für das dort künftig untergebrachte Kreativzentrum Stephaneums, des städtischen Gymnasiums. Landesgartenschau und Internationale Bauausstellung vermischen sich hier harmonisch miteinander. Im März soll dieser Hochbau, mit über 10 Millionen Euro das teuerste Investitionsvorhaben der Landesgartenschau 2010, bezugsfertig sein.
Moderner Kreisverkehr
„Dank der Landesgartenschau verschwindet dieser einstige Schandfleck nach entsprechender Gestaltung auch der Frei- und Abrissflächen. Er hätte uns sonst sicherlich noch manches Jahr geärgert“, gesteht das Stadtoberhaupt. Viele weitere kleinere Vorhaben kamen und kommen der Infrastruktur der Stadt in den zurückliegenden Monaten zugute. Drei von vier veralteten Kreuzungen verfügen jetzt über einen modernen Kreisverkehr. Von dem neu angelegten Parkplatz Nord hinter dem Bahnhofsgebäude kommen die Besucher der Landesgartenschau künftig durch eine Unterführung problemlos zum eigentlichen Landesgartenschau-Gelände.
Auch der alte Stadtpark bekam ein gärtnerisch neues Gesicht, und das alte Industriegelände an der Eine, dem Fluss durch die Stadt, firmiert als Eine-Terrassen und hat Anschluss an die Eine-Promenade.
Mit berechtigtem Stolz verweist der Fünfzigjährige auf die Tatsache, dass die Investitionsvorhaben zur Landesgartenschau einschließlich der zusätzlichen Projekte von den Kräften der eigenen Verwaltung geschultert wurden. Nur drei weitere befristet eingestellte Mitarbeiter unterstützten sie dabei.
Von anderen gelernt
Von den mehr als 39 Millionen Euro Investitionen trägt der Haushalt der Stadt immerhin 22,3 Millionen. 16,7 Millionen Euro stellte das Land als Fördermittel bereit. Darin sind auch 1,9 Millionen Mittel des Konjunkturpakets II enthalten „Abgesehen davon dass wir von den Landesgartenschauen in Zeitz und Wernigerode eine ganze Menge lernen konnten, hat uns die Bereitstellung der Fördermittel aus einer Hand die Arbeit sehr erleichtert“, sind die Erfahrungen des Stadtoberhaupts. “Insgesamt ist die Landesgartenschau für unsere Stadt ein großer Gewinn, nicht nur für ihr Aussehen.“
In Aschersleben stellten wir als Bund der Steuerzahler fest, dass die Kommunalpolitiker vor Ort über IBA und Landesgartenschau hinaus gedacht haben. Wenn am 10. Oktober 2010 die Landesgartenschau in Aschersleben ihre Tore schließt, steht die künftige Nutzung des Hochbaus am Bestehornpark für Bildungszwecke bereits fest. Der neue südliche Parkplatz steht anschließend als Bauland für Einfamilienhäuser zur Verfügung.
P+R-Parkplatz Nord
Dem P+R-System dient der Parkplatz Nord hinter dem rekonstruierten Bahnhofsgebäude. Mit dem Umbau der Fahrrad-Einstellanlage kann man am Bahnhof auch wieder Toiletten benutzen. Die eingezäunte Herrenbreite steht zu vielen Großveranstaltungen bereit. Die Landesgartenschau 2010 hilft Aschersleben über die Zeit zwischen 24. April und 10. Oktober dieses Jahres hinaus, nicht nur sein Stadtbild deutlich zu verbessern, sondern das Grün auch stärker an die Innenstadt heranzubringen. Zugleich verbessert sich sichtbar die Infrastruktur.
Rahmen wird eingehalten
Bei aller Freude über das Erreichte wissen die Ascherslebener Stadträte um die beträchtliche Belastung des städtischen Haushalts. Zwar hat man sich über mehrere Jahre darauf vorbereiten können, doch flossen die Einnahmen aus der Gewerbesteuer damals weit stärker als heute, musste die Stadt 2004 nur sechs statt immerhin 8,7 Millionen Umlage im Jahr 2010 an den Kreis abführen. Andreas Michelmann ist aber fest davon überzeugt, dass der Finanzrahmen im Wesentlichen eingehalten wird, obwohl der Winter manches zusätzliche Problem geschaffen hat. Noch nicht geklärt ist auch die Verkehrsführung während des halben Jahres. „Ich plädiere für eine Umfahrung des Geländes der Gartenschau, um den Besuchern ein gefahrloses Überqueren der Straßen zu ermöglichen, die Ruhe zu sichern, die eine solche Schau auch braucht“, meint Andreas Michelmann. Sonst würde eine weitere Unterführung notwendig werden. Bisher stößt er auf wenig Verständnis der Autofahrer.
Wenn die Landesgartenschau am 24. April eröffnet wird, soll davon auch die gesamte Stadt Zeugnis ablegen. An Straßen und Plätzen werden Blumen und Sträucher gepflanzt. Einzelhändler und andere Gewerbetreibende will man gewinnen, diese Anpflanzungen kostenlos zu pflegen. Eine blühende Stadt über Monate!
Zwei Millionen Euro wird der städtische Etat aber trotzdem noch für die Durchführung zahlreicher Veranstaltungen zusätzlich aufbringen müssen. Den sechs Millionen Euro, die die eigens gegründete Landesgartenschau GmbH für die zahlreichen Veranstaltungen benötigt, stehen nämlich nur vier Millionen geplante Einnahmen gegenüber. Das sei ein großer Unsicherheitsfaktor, räumt der Oberbürgermeister ein. Die Stadt hofft auf 400.000 zahlende Besucher. Von vielen nicht kalkulierbaren Faktoren hängt es ab, ob diese Erwartung erfüllt wird. Doch das Stadtoberhaupt ist optimistisch. Es weiß, dass IBA und Landesgartenschau zur schnelleren Gestaltung des Stadtbildes beiträgen und peilt danach den bisher unerschlossenen Ausbau des Tourismus an. Schließlich hat die Stadt noch viele unerschlossene Reize über die Vorhaben der Landesgartenschau und die IBA hinaus zu bieten.
Unser Fazit als Bund der Steuerzahler: Unsere Steuern werden in Aschersleben sehr überlegt, sparsam und für komplexe Lösungen auch für die Zeit danach eingesetzt.
Landesgartenschau ist für die Stadt großer Gewinn
„Der Anblick, den unsere Stadt über Jahre bot, wirkte auf die Durchfahrenden nicht besonders einladend. Zwar schönten wir mit künstlerischer Fassadengestaltung an einer großen Industriebrache das Stadtbild ein wenig, doch den Durchbruch versprachen wir uns von einer Landesgartenschau, die wir seit 1999 vorbereiteten“, bekennt Andreas Michelmann (50), seit 16 Jahren Oberbürgermeister der 30.000 Einwohner zählenden Stadt.
Aschersleben verfügt über einen der größten Bahnhofsvorplätze Europas, die Herrenbreite. Doch dieses einstige Übungsgelände der Ascherslebener Husaren, das in den Jahren 1960/70 ein wenig bepflanzt wurde, vegetierte seit Jahrzehnten dahin. Mit der Landesgartenschau setzte die Stadt mehr als 5,8 Millionen Euro allein zur Umgestaltung dieses großen Platzes zur Landesgartenschau 2010 ein.
Harmonisches Miteinander
Am Bestehornpark, wuchs in den alten Villen ein Bildungszentrum mit zwei Schulen heran. Die unmittelbar an der Durchfahrtsstraße nicht mehr vermietbaren alten Wohnbauten vor diesem Komplex mussten dem Abrissbagger weichen, während die nicht mehr genutzten Fabrikgebäude der alten Papierfabrik zu einem Mehrzweckgebäude umgebaut wurden. In seinem Untergeschoss wird die Blumenschau ihren Platz finden. Es dient nach der Landesgartenschau als Mensa für das dort künftig untergebrachte Kreativzentrum Stephaneums, des städtischen Gymnasiums. Landesgartenschau und Internationale Bauausstellung vermischen sich hier harmonisch miteinander. Im März soll dieser Hochbau, mit über 10 Millionen Euro das teuerste Investitionsvorhaben der Landesgartenschau 2010, bezugsfertig sein.
Moderner Kreisverkehr
„Dank der Landesgartenschau verschwindet dieser einstige Schandfleck nach entsprechender Gestaltung auch der Frei- und Abrissflächen. Er hätte uns sonst sicherlich noch manches Jahr geärgert“, gesteht das Stadtoberhaupt. Viele weitere kleinere Vorhaben kamen und kommen der Infrastruktur der Stadt in den zurückliegenden Monaten zugute. Drei von vier veralteten Kreuzungen verfügen jetzt über einen modernen Kreisverkehr. Von dem neu angelegten Parkplatz Nord hinter dem Bahnhofsgebäude kommen die Besucher der Landesgartenschau künftig durch eine Unterführung problemlos zum eigentlichen Landesgartenschau-Gelände.
Auch der alte Stadtpark bekam ein gärtnerisch neues Gesicht, und das alte Industriegelände an der Eine, dem Fluss durch die Stadt, firmiert als Eine-Terrassen und hat Anschluss an die Eine-Promenade.
Mit berechtigtem Stolz verweist der Fünfzigjährige auf die Tatsache, dass die Investitionsvorhaben zur Landesgartenschau einschließlich der zusätzlichen Projekte von den Kräften der eigenen Verwaltung geschultert wurden. Nur drei weitere befristet eingestellte Mitarbeiter unterstützten sie dabei.
Von anderen gelernt
Von den mehr als 39 Millionen Euro Investitionen trägt der Haushalt der Stadt immerhin 22,3 Millionen. 16,7 Millionen Euro stellte das Land als Fördermittel bereit. Darin sind auch 1,9 Millionen Mittel des Konjunkturpakets II enthalten „Abgesehen davon dass wir von den Landesgartenschauen in Zeitz und Wernigerode eine ganze Menge lernen konnten, hat uns die Bereitstellung der Fördermittel aus einer Hand die Arbeit sehr erleichtert“, sind die Erfahrungen des Stadtoberhaupts. “Insgesamt ist die Landesgartenschau für unsere Stadt ein großer Gewinn, nicht nur für ihr Aussehen.“
In Aschersleben stellten wir als Bund der Steuerzahler fest, dass die Kommunalpolitiker vor Ort über IBA und Landesgartenschau hinaus gedacht haben. Wenn am 10. Oktober 2010 die Landesgartenschau in Aschersleben ihre Tore schließt, steht die künftige Nutzung des Hochbaus am Bestehornpark für Bildungszwecke bereits fest. Der neue südliche Parkplatz steht anschließend als Bauland für Einfamilienhäuser zur Verfügung.
P+R-Parkplatz Nord
Dem P+R-System dient der Parkplatz Nord hinter dem rekonstruierten Bahnhofsgebäude. Mit dem Umbau der Fahrrad-Einstellanlage kann man am Bahnhof auch wieder Toiletten benutzen. Die eingezäunte Herrenbreite steht zu vielen Großveranstaltungen bereit. Die Landesgartenschau 2010 hilft Aschersleben über die Zeit zwischen 24. April und 10. Oktober dieses Jahres hinaus, nicht nur sein Stadtbild deutlich zu verbessern, sondern das Grün auch stärker an die Innenstadt heranzubringen. Zugleich verbessert sich sichtbar die Infrastruktur.
Rahmen wird eingehalten
Bei aller Freude über das Erreichte wissen die Ascherslebener Stadträte um die beträchtliche Belastung des städtischen Haushalts. Zwar hat man sich über mehrere Jahre darauf vorbereiten können, doch flossen die Einnahmen aus der Gewerbesteuer damals weit stärker als heute, musste die Stadt 2004 nur sechs statt immerhin 8,7 Millionen Umlage im Jahr 2010 an den Kreis abführen. Andreas Michelmann ist aber fest davon überzeugt, dass der Finanzrahmen im Wesentlichen eingehalten wird, obwohl der Winter manches zusätzliche Problem geschaffen hat. Noch nicht geklärt ist auch die Verkehrsführung während des halben Jahres. „Ich plädiere für eine Umfahrung des Geländes der Gartenschau, um den Besuchern ein gefahrloses Überqueren der Straßen zu ermöglichen, die Ruhe zu sichern, die eine solche Schau auch braucht“, meint Andreas Michelmann. Sonst würde eine weitere Unterführung notwendig werden. Bisher stößt er auf wenig Verständnis der Autofahrer.
Wenn die Landesgartenschau am 24. April eröffnet wird, soll davon auch die gesamte Stadt Zeugnis ablegen. An Straßen und Plätzen werden Blumen und Sträucher gepflanzt. Einzelhändler und andere Gewerbetreibende will man gewinnen, diese Anpflanzungen kostenlos zu pflegen. Eine blühende Stadt über Monate!
Zwei Millionen Euro wird der städtische Etat aber trotzdem noch für die Durchführung zahlreicher Veranstaltungen zusätzlich aufbringen müssen. Den sechs Millionen Euro, die die eigens gegründete Landesgartenschau GmbH für die zahlreichen Veranstaltungen benötigt, stehen nämlich nur vier Millionen geplante Einnahmen gegenüber. Das sei ein großer Unsicherheitsfaktor, räumt der Oberbürgermeister ein. Die Stadt hofft auf 400.000 zahlende Besucher. Von vielen nicht kalkulierbaren Faktoren hängt es ab, ob diese Erwartung erfüllt wird. Doch das Stadtoberhaupt ist optimistisch. Es weiß, dass IBA und Landesgartenschau zur schnelleren Gestaltung des Stadtbildes beiträgen und peilt danach den bisher unerschlossenen Ausbau des Tourismus an. Schließlich hat die Stadt noch viele unerschlossene Reize über die Vorhaben der Landesgartenschau und die IBA hinaus zu bieten.
Unser Fazit als Bund der Steuerzahler: Unsere Steuern werden in Aschersleben sehr überlegt, sparsam und für komplexe Lösungen auch für die Zeit danach eingesetzt.


