Bund der Steuerzahler Sachsen-Anhalt e.V. - Bearbeitungszeit von Einkommenssteuererklärungen verstetigt


19.03.2018

Bearbeitungszeit von Einkommenssteuererklärungen verstetigt

Sachsen-Anhalt im Ländervergleich im Durchschnitt auf dem 4. Platz Der Bund der Steuerzahler Sachsen-Anhalt e.V. hatte das Finanzministerium des Landes Sachsen-Anhalt im Januar 2018 gebeten, uns den Stand der Bearbeitungszeiten der Steuererklärungen für das Jahr 2017 mitzuteilen. Die Antwort des Finanzministeriums zeigt insgesamt eine positive Entwicklung. Die Bearbeitungszeiten konnten kontinuierlich verkürzt und im Jahr 2017 auf gutem Niveau verstetigt werden. Der Bund der Steuerzahler(BdSt) fragt regelmäßig bundesweit bei der Finanzverwaltung ab: „Wie lange dauert es bis zum Steuerbescheid?“. Der aktuelle Vergleich bezieht sich auf das Veranlagungsjahr 2016, also auf die Steuererklärungen, die bis zum 31.Dezember 2017 abgegeben wurden. Die Finanzverwaltung in Sachsen Anhalt brauchte im allgemeinen Durchschnitt 42,2 Tage vom Eingang der Steuererklärung bis zum Steuerbescheid. Dies bedeutet den 4. Platz im Ländervergleich. Im Vorjahr waren es 42,1 Tage. Bei den Bearbeitungszeiten der Arbeitnehmerfälle waren es 40,4 Tage (Vorjahr 40,1 Tage). Dies bedeutet dort im Ländervergleich den 5. Platz. Etwas schlechter sieht es bei den Bearbeitungszeiten bei den Sonstigen Personen, also den Selbständigen und Unternehmern aus. Dort wurden die Bearbeitungszeiten im Durchschnitt zwar leicht verbessert und betragen jetzt 51,3 Tage gegenüber 51,6 Tagen im Vorjahr. Im Ländervergleich bedeutet dies aber nur noch den 9. Platz.

Den ausführlichen Vergleich finden Sie unter www.steuerzahler.de

Für die Einkommensteuerveranlagungen des Veranlagungszeitraumes 2016 waren in Sachsen-Anhalt im Kalenderjahr 2017 keine übermäßig starken Abweichungen einzelner Finanzämter von der landesweiten Durchlaufzeit zu verzeichnen. Kein Wunder, denn die Finanzämter arbeiten alle mit der gleichen Software. Die kürzesten Durchlaufzeiten betragen 34 Kalendertage. Die längsten Durchlaufzeiten liegen bei 54 Kalendertagen. Um welche Finanzämter es sich handelt, hat uns das Finanzministerium leider nicht mitgeteilt. Die Gründe, die zu unterschiedlichen Durchlaufzeiten in den Finanzämtern führen, sind sehr vielschichtig. Beispielsweise sind hier Unterschiede im Verhalten bei der Abgabe von Steuererklärungen, Unterschiede in der Qualität und Komplexität der eingereichten Steuererklärungen maßgeblich. Aber auch die unterschiedliche starke Besetzung in den Finanzämtern, wegen Krankheit, Urlaub, etc. spielt eine Rolle.

Weiterhin hatten wir die Frage gestellt, ob das Einscannen der in Papierform eingereichten Steuererklärungen zu einer Verkürzung der Bearbeitungszeiten geführt hat. Dazu konnte das Ministerium der Finanzen noch keine detaillierten Aussagen für Sachsen-Anhalt treffen, da das Verfahren zum Einscannen derzeit erst flächendeckend eingeführt wird. Tendenziell geht das Finanzministerium jedoch von einer kürzeren Durchlaufzeit für die einzelne in Papierform abgegebene Steuererklärung aus.
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